Es gibt einen Moment im Leben junger Sportlerinnen und Sportler, in dem sie sich entscheiden müssen: Geht es weiter wie bisher, ein bisschen Bewegung und Spaß in der Gemeinschaft oder nimmt man das Ganze ernster? Lennard Quennet hat sich entschieden. Und was aus dieser Entscheidung geworden ist, ließ sich an zwei Wochenenden in diesem Sommer eindrucksvoll beobachten: zunächst bei den Badischen Meisterschaften der U18 in Schutterwald und dann bei den Baden-Württembergischen Finals in Walldorf – dem großen Bühnenauftritt der Nachwuchsathleten aus Baden und Württemberg.

Der Ladenburger ließ dabei eines sofort erkennen: Er ist kein Spezialist. Er ist ein Allrounder. Während die meisten seiner Konkurrenten in Schutterwald als absolute Spezialisten auf ihre Kerndisziplin setzten, ging Lennard als Multitalent gleich in drei Wettbewerben an den Start und war damit der einzige Athlet im Feld, der sowohl im Sprint als auch in den technischen Disziplinen antrat. Im 100-Meter-Lauf lief er eine fantastische Bestzeit: Mit 11,89 Sekunden blieb er zum ersten Mal unter der 12-Sekunden-Grenze. Eine Zeit, die zeigt, dass sein sprinterisches Fundament mehr als solide ist. Im Diskuswurf steigerte er sich auf 28,96 Meter.
Den Höhepunkt des Tages bildete der Dreisprung, bei dem Lennard sich 11,78 Meter weit in die Schutterwalder Sandgrube katapultierte. Eine Leistung, die gut genug war, um sich für die baden-württembergischen Finals zu qualifizieren. Dass er an diesem Tag nicht auch noch im Speerwurf antrat, lag nicht am fehlenden Willen, sondern schlicht am Wettkampfplan: Speer und Dreisprung fanden zeitgleich statt. Denn auch am Speerwurf hätte er teilnehmen dürfen.
Was steckt hinter diesem beachtlichen Entwicklungssprung? Die Antwort ist keine magische Formel, sondern das Ergebnis einer Reihe bewusster Entscheidungen: des Athleten selbst, aber auch seines Umfelds; der Abteilung, dem Trainerteam und natürlich seiner Familie.
Seit wir die Trainingskooperation mit dem TV Schriesheim ausgebaut hat, profitieren die Nachwuchsathleten beider Vereine voneinander: gemeinsame Einheiten, größere Trainingsgruppen, gegenseitiger Ansporn. Wer schneller werden und weiter springen will, braucht mehr als Technik, er benötigt Mitstreiter, die ihn täglich herausfordern. Dazu kommt das Trainingslager, das die Ladenburger Leichtathletik nach einem knappen Jahrzehnt Pause wieder durchgeführt hat. Mehrere Tage Intensivarbeit abseits des Alltags, voller Fokus und voller Energie – genau der Impuls, der junge Talente auf die nächste Stufe heben kann. Für Lennard war es offensichtlich der richtige Kick zum richtigen Zeitpunkt. Und nicht zuletzt: das Trainerteam. Denn wer mit echtem Potenzial ausgestattet ist, braucht jemanden, der es erkennt und dann den Rahmen schafft, in dem es wachsen kann. „Lennard hat in diesem Sommer einen beachtlichen Schritt gemacht, nicht nur leistungsmäßig, sondern auch in seiner Haltung zum Sport“, so der Kommentar aus dem Trainerteam. „Er hat verstanden, dass konsequentes Training und der Wille, sich mit den Besten zu messen, sich auszahlen.“
Was Lennard Quennet in diesen Wochen gezeigt hat, ist mehr als eine Ansammlung guter Wettkampfergebnisse. Es ist der Beleg dafür, dass aus Talenten leistungsstarke Sportler werden, die Freude daran haben, sich mit anderen zu messen und daran persönlich zu wachsen. Wenn das Umfeld stimmt, die Gemeinschaft trägt und der Athlet selbst bereit ist, den nächsten Schritt zu gehen, ist erheblich mehr möglich als viele glauben. Bei uns sind diese Voraussetzungen gerade erfüllt. Hier wird die Vielfalt von Freizeit- bis ambitioniertem Wettkampfsport abgedeckt und das ist die vielleicht schönste Erkenntnis dieses Wettkampfsommers.


Du muss angemeldet sein, um einen Kommentar zu veröffentlichen.